Entstehungsgeschichte

Geschichtlicher Abriss:

Anno  
1141 Erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Gernach durch die Errichtung der Pfarrei Heidenfeld am 05. Dezember 1141.
1213 Die Pest wütet in Franken und sucht auch unsere Gegend heim.
1231 Die Vogtei zu Heidenfeld, in der Gernach beheimatet ist, wird von Konrad von Speckfeld verkauft.
1356 Das Kloster Heidenfeld verkauft wegen Schulden (große Unwetter, keine Frucht auf den Feldern) seine Güter zu Gernach, Spiesheim und Opferbaum an das Hochstift Würzburg.
1410 Balthasar von Maßbach, Turmherr zu Würzburg und Probst eines Stiftes streitet im Auftrag des Würzburger Bischofs mit dem Ritter Heinrich Lemplein wegen des Lehens von 10 Malter Getreide jährlicher Gülte.
1453 Edelknecht Fere von Berg vermacht die Gernacher Gefälle seiner Kartause Ilmbach.
1586 Handwerker aus Gernach müssen helfen, in Wipfeld das neue Hochgericht zu erstellen.
1631 Schwedenkönig Gustav Adolf sucht unsere Gegend heim. Sein Feldherr General Wrangel quartiert seine 2000 Reiter in Heidenfeld und den umliegenden Dörfer ein. Die Bevölkerung leidet unter Mord, Raub und Verwüstungen.
1692 Der Probst Bauer des Klosters Heidenfeld kauft die 1356 verlorenen Güter wieder zurück. Darunter auch Gernach.
1787 Bau der heutigen Dorfkirche in Gernach und Weihung zu Ehren des heiligen Sankt Ägidius.
1803 Säkularisation
1901 Der Ellenhof, ein Gutshof in der Nähe des Dorfes, wird abgebrochen und verkauft. Die Gemeinde kaufte 1908 die sog. "Regie", baute sie im gleichen Jahr in Gernach wieder auf und gestaltete sie 1994 zum heutigen Feuerwehrhaus um.
1978 Gernach wird im Rahmen der Bayerischen Gemeindereform am 01. Mai 1978 in die Großgemeinde Kolitzheim eingemeindet.


Ausführliche Dorfgeschichte

Das unterfränkische Dorf Gernach ging einst aus dem Besitz der Schweinfurter Grafen hervor. Die erste urkundliche Erwähnung ist durch das Jahr 1141 datiert. Als am 07. Juli 1069 Markgraf Hermann von Habsberg und dessen Gattin Markgräfin Alberada von Schweinfurt durch Schenkung die Augustinerprobstei Heidenfeld (Kloster) begründeten, behielt sich das Ehepaar noch die Vogtei Heidenfeld vor, bei der vermutlich auch Gernach zu dieser Zeit schon beheimatet war. Das Klosterdorf Heidenfeld und somit auch Gernach, gehörten damals zur Pfarrei Wipfeld.
Nachdem im Jahre 1112 der letzte Erbe des Schweinfurter Geschlechtes starb, wurde deren Besitz aufgesplittet. Am 05. Dezember 1141 errichtete Bischof Embricho die Pfarrei Heidenfeld mit Gernach, welches zu diesem Zeitpunkt unter dem Namen "Gerneche" erstmals urkundlich in die Geschichte eintritt. Die Pfarrei Heidenfeld mit Gernach wurde daraufhin von der Mutterpfarrei Wipfeld abgetrennt und dem Stift Heidenfeld (Kloster) als Güterzuweisung einverleibt.

wird fortgesetzt...



Veränderung der Schreibweise des Dorfnamens "Gernach"

um das Jahr Schreibweise
1141 Gerneche
1231 Gernehe
1345 Gernech
1630 Gernac
1650 Gernacensis
1740 Gernach


Anmerkungen:
Probst:
Vogtei: Amtsbezirk eines Vogts
Vogt: Verwaltungsbeamter im Mittelalter

Quellen:
Buch: "Chronik Kolitzheim"
Buch: "Von Abtswind bis Zeilitzheim"
Buch: "Zwischen Main und Steigerwald"
Diozösanarchiv Würzburg
Dorfchronik Gernach



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